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Hier möchte ich euch nun meine bescheidene Zuchtanlage vorstellen, die ich vor wenigen Jahren auf einen Kellerraum eingegrenzt habe. Zuvor waren in fast jedem Raum Aquarien verteilt und darum der Aufwand für mich enorm hoch. Schläuche lagen beim Wasserwechsel im gesamten Haus herum. Das Altwasser lief zum Fenster heraus oder direkt in die Toilette oder musste vom Keller aus per Schmutzwasserpumpe nach oben befördert werden. Überall gab es Abdeckungen mit T5-Röhren und für jedes Becken die entsprechenden Heizer mit der passenden Wattzahl. Zudem gab es bald das Phänomen, dass diese Heizer den gesamten Keller warm hielten. Kurz: Mein Hobby fraß mir irgendwann die Haare vom Kopf.

Nun habe ich vor wenigen Jahren optimiert, was zunächst zu optimieren war und einen eigens für mein Hobby leerstehenden Kellerraum eingerichtet. Mein Kumpel Kalle aus Berlin half mir dabei, die gesamten Becken aus dem ganzen Haus darin wieder in einem Zug aufzubauen. Dieses Procedere hat insgesamt 28 Stunden gedauert, ohne Schlaf und mit nur wenigen Pausen.

Nun läuft die Anlage so seit drei Jahren und es gibt aus meiner Sicht immer noch genügend Handlungsbedarf. In einigen Punkten jedoch bin ich sehr zufrieden, wie es nun geworden ist und dies möchte ich hier vorstellen. Vorweg: Sollte ein Raum im EG frei werden, dann zieht meine Anlage komplett nach oben. Die Luftfeuchtigkeit ist leider nicht zu unterschätzen und zieht teilweise im Mauerwerk nach oben.

Nun aber los:

Betrieben werden die insgesamt 18 Aquarien in der Anlage mit einer Ringleitung eines 3/4-Schlauchs. Mithilfe zweier Luftkompressoren des Modells Hailea HAP-60 mit etwa 50 Watt pro Kompressor wird genügend Luftdruck erzeugt, sodass alle Becken mit mobilen Hamburger Mattenfiltern (HMF) betrieben werden können. Das Bild unten zeigt die Kompressoren.

Die Ringleitung verläuft direkt rundherum ca. 15 cm unterhalb der Decker und von dort aus gehe ich mit Abzweigungen zu den entsprechenden Aquarien. Am Ende befinden sich dann Abstellhähne zur Feinregulierung der Luftzufuhr für die HMF. Das Bild zeigt ein Beispiel dieser Abzweigung.

Mithilfe von Metallhähnen kann direkt der Luftdruck eingestellt werden, der eine entsprechende Durchlüftung des HMF ermöglicht. Auf dem Bild sind diese Metallhähne zu erkennen.

Ein Durchlauferhitzer macht es möglich, Frischwasser direkt vom Hahn aus in die Aquarien fließen zu lassen. Hier kann die Temperatur mithilfe einer Thermostatmischbatterie genau eingestellt werden. Das Wasser bereite ich mit einem Wasseraufbereiter auf, um mögliche Schwermetalle udgl. sofort zu binden. Das untere Bild zeigt den Durchlauferhitzer.

Damit die Heizer, die in den Aquarien vorhanden sind, nicht heißlaufen, habe ich einen Heizkörper im Raum installieren lassen. Dieser ist so eingestellt, dass Beckentemperatur bei ca. 24 Grad liegt. Fällt die Temperatur aus irgend welchen Gründen unter 24 Grad, springen umgehend die Heizer in den Aquarien an. Dadurch konnte ich meine monatlich Stromrechnung rapide senken. Auf dem Bild unten ist der Heizkörper zu sehen, der im Mittelgang installiert und mithilfe von kleinen Computerventilatoren wird die Luft alle drei Stunden im Raum umgewirbelt zur gleichmäßigen Verteilung der Wärme.

Während des Wasserwechsels müssen alle zusätzlichen Filter und die Heizer abgeschalten sein. Deshalb habe ich bereits bei der Installation von Feuchtraumsteckdosen darauf Wert gelegt, dass zwei Schaltkreise entstehen, die ich über einfache Lichtschalter abschalten kann. So ist der rechte Lichtschalter für den rechten, der linke für den linken Stromkreis. Zudem gibt es eine Steckdosen mit Dauerstrom, wie beispielsweise für die Tauchpumpe oder für die zusätzliche Beleuchtung. Auf dem Bild sind die Lichtschalter für die zwei Schaltkreise sowie Steckdosen für Dauerstrom mit Zeitschaltuhr zu sehen.

Die Aquarien selbst haben keinerlei Bohrungen, und deshalb ziehe ich das Altwasser aus den Aquarien noch mit einem herkömmlichen Schlauch ab. Das Wasser läuft direkt in ein 400 Literfass, welches ich im Boden des Kellers direkt versenkt habe. Im Fass liegt eine Tauchpumpe, deren Ausgang direkt am Abfluss installiert ist, der zur Abwasserleitung führt. Bei der Installation gab es keinerlei Probleme, da dieses Rohr bereits vorinstalliert durch meinen Zuchtraum verlief. Das Bild zeigt den Schacht mit dem eingelassenen 400 Literfass.

Damit niemand in den Schacht fallen kann, habe ich diesen mit einer schweren Holzplatte abgedeckt.

Nachdem dies alles soweit eingerichtet war und die Anlage schon einige Monate lang lief, habe ich eine Idee von Bernd Melcher aufgegriffen, welcher in seiner Anlage mithilfe von Kabelschächten und LED-Modulen eine eigene Beleuchtung konstruiert hatte. Sogleich habe ich unterschiedliche LED-Module (von 1-2 Watt pro Modul) käuflich erworben und auch dieses Beleuchtungs-System bei mir installiert. Danke Bernd für diese tolle Idee!

Meine Idee ist es, eine weitere etwas hellere Beleuchtung zu installieren, die dann einige Stunden am Tag leuchtet. Denn vermutlich sind die eingebauten LED-Module dann auf Dauer doch etwas zu dunkel, selbst für ein Malawibecken. Die zu sehenden Module kommen dann in der Anfangs- und Endzeit der Beleuchtungsdauer zum Einsatz. Auch ein drittes System mit Mondlicht wäre denkbar, aber alles zu seiner Zeit. Es gibt also jederzeit noch Optimierungsbedarf und so werde ich dies nach und nach auch umsetzen.

 

Nun zu den Aquarien selbst.

Zwei Aquarien sind vorwiegend meine Zuchtaquarien mit den entsprechenden Zuchtgruppen. Teilweise schwimmen aber auch einzelne Zuchtgruppen in anderen Becken. Mein Hauptzuchtbecken hat etwa 600 Liter und hierin halte ich die recht großen und durchsetzungsstarken Mbunas. In einem weiteren Becken schwimmen die anderen Zuchtgruppen. Auf dem unteren Bild sind beide Aquarien zu sehen.

In einem 400 Liter-Becken ziehe ich einige Non-Mbunas auf. Darunter befindet sich ein ebenfalls 400 Liter-Becken für die Aufzucht von Mbunas. Hierin setze ich die Tiere ab einer Größe von etwa 5 cm. Das Bild unten zeigt beide Aquarien.

Auf der anderen Seite habe ich 6 Aquarien mit jeweils 250 Litern, die einerseits für Zuchtgruppen, andererseits für die Aufzucht eingerichtet sind. Unten sind diese 6 Aquarien zu sehen.

                                                         rechte Seite

                                                                linke Seite

In vier kleinen Aquarien können die Mütter ihre Jungen entlassen, sogenannte Spuckbecken. Darunter sind zwei Aquarien für die ersten Tage und Wochen zu sehen und ganz unten ein Aquarium für bereits große und fast ausgewachsene Tiere.

                                                                   rechte Seite

                                                                           linke Seite

Dann werden die kleinen nach den ersten Tagen in weitere Becken überführt, siehe unten.

In einem weiteren 240er setze ich zum Übergang die großen fast ausgewachsenen Tiere, die bisher noch keinen Besitzer gefunden haben.

Ein 350er steht als Aufzuchtbecken für die 3- maximal 6 cm großen Mbunas zur Verfügung.

Und zum Abschluss noch die Komplettansicht von Außen.

Wie auf den Bildern zu erkennen ist, verwende ich als Bodengrund unterschiedlich gefärbte feine Sandsorten.

 

Zur Erläuterung des Besatzes und eigene Erfahrungswerte aus meinem langjährigen Hobby:

Hier liegt der eigentliche Schwerpunkt meines Hobbies. Da mein Platz relativ begrenzt ist, kann ich nur wenige Aquarien als Zuchtbecken einplanen, weshalb einige Arten in einem Becken aufeinandertreffen. Deshalb sind hierbei bestimmte Erfahrungswerte nötig, sowohl bei der Artenzusammenstellung als auch bei der Gruppenkonstellation der einzelnen Arten. Es gibt immer wieder unterschiedliche Meinungen über die Gruppenkonstellation. Da heißt es beispielsweise: „Ein Männchen auf 2-3 Weibchen“ und das dann möglichst noch verallgemeinert für jede Art geltend. Auch gibt es Meinungen, nach welcher genau zwei Männchen und mindestens drei Weibchen zu halten sind. Aber wie eingangs schon kurz angedeutet, bin ich absolut ein Gegner solcher Pauschalisierungen. Denn jede Art hat ihre Eigen-Art und auch das wiederum ist abhängig vom Beibesatz und der Gesamtkonstellation des Besatzes eines Aquariums. Fakt ist, funktioniert ein Besatz nicht, liegt das meist an der falschen Gruppenkonstellation und der Vergesellschaftung der Arten. Natürlich spielt untergeordnet auch die Einrichtung eine wesentliche Rolle. Genügend Versteckmöglichkeiten in Form von Steinaufbauten (auch Module und Rückwände jeglicher Art einbezogen) setze ich jetzt mal voraus.

Bei mir ist der Besatz beider Zuchtbecken so durchgeplant, dass die Arten gut zueinander passen und es nicht zu Verkreuzungen oder gar Verlusten von Tieren kommt. Tatsächlich ist es auch schon vorgekommen, dass sehr unterschiedlich erscheinende Arten miteinander anwandeln, allerdings habe ich dies dann unterbunden und entweder auf eine Ausweichmöglichkeit zurückgegriffen oder mich von einer der beiden Arten getrennt. Das heißt, die gesamten Arten, die in meiner Anlage schwimmen, sind aufeinander abgestimmt, sodass ich eine reine Zucht gewährleisten kann.  

 

Weiteres zum Thema „Besatz“ siehe Unterkategorie „Besatzvorschläge“!