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Maylandia estherae red red Minos Reef

 

     

                                                               Männchen                                                                                                       Weibchen

 

Lebensraum

Der Maylandia estherae red red lebt endemisch am Minos Reef und an den Übergangszonen in den sedimentfreien Felsbiotopen. Nur während der Planktonblüte sammeln sich die Tiere in größeren Schwärmen und verlassen übergangsweise das Felsbiotop. Der Maylandia estherae red red lebt in einer Tiefe von etwa 5 Metern.

Ernährung

Der Maylandia estherae red red ernährt sich limnivor, also von Algen, aber gelegentlich auch von Plankton.

Verhalten

Die Weibchen und die halbwüchsigen Tiere ziehen meist in größeren Gruppen über das Felsbiotop. Die dominanten Männchen sind territorial und verteidigen ihr Felsrevier aggressiv. Dabei sind die Männchen das gesamte Jahr über laichbereit. Nur in der Planktonblüte verlässt ein Männchen sein Revier für die Nahrungsaufnahme in den Übergangszonen.

Besonderheiten

Der Maylandia estherae red red zählt zu den O-Morphen, bei denen die Weibchen tief orange, die Männchen eher weiß-rosa ausfallen. Es gibt aber auch einfarbig blaue Männchen und beige bis braune Weibchen. Diese unterschiedlichen Morphen findet man an der Ostküste Mozambiques. Aufgrund dieser Vielfarbigkeit schreibt man dieser Art den Polychromatismus zu. Es lassen sich auch OB-Weibchen (orange-gescheckt) finden. Es sind bisher insgesamt 8 Populationen bekannt.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.malawi-guru.de/malawisee/fischverzeichnis-malawisee-buntbarsche/mbunas/fischverzeichnis-metriaclima-maylandia/892-metriaclima-estherae.html

 

Steckbrief

Männchen erreichen eine Größe bis zu 14 cm, die Weibchen etwa 11 cm. Der Maylandia estherae red red lebt endemisch am Minos Reef, allerdings findet man weitere 7 Populationen entlang der Ostküste zwischen Metangula und Goma. In einer Tiefe von etwa 5 Metern sind sie im sedimentfreien Felsbiotop bis hin zur Übergangszone anzutreffen. Sie ernähren sich limnivor, fressen also Aufwuchs und Plankton. Er ist ein maternaler Maulbrüter. Die Männchen verteidigen ihre Felshöhlen aggressiv gegenüber Rivalen. Ein Aquarium sollte eine Mindestkantenlänge von 140 cm und ein Fassungsvermögen von mindestens 400 Litern aufweisen. Er zählt zu den aggressiven und durchsetzungsstarken Arten. 

 

Wissenschaftlicher Bericht

Maylandia estherae (früher Pseudotropheus estherae) [1]

KONINGS, 1995

Dieser hübsche Buntbarsch, der bei seinem ersten Erscheinen in der Aquaristik Anfang der 70er Jahre aufgrund seiner leuchtenden und plakativen Färbung ungläubiges Staunen bei den Cichlidenfreunden hervorrief, ist im Jahre 1972 von Trevor DAVIES, dem Sohn eines in Malawi tätigen Exporteurs von Aquariumfischen, mehr oder weniger zufällig in Mozambique in der Umgebung von Metangula entdeckt worden. Bereits im folgenden Jahr wurden die Fische erstmals nach Deutschland exportiert. Bis zu seiner taxonomischen Bearbeitung war dieser Cichlide unter der Bezeichnung Pseudotropheus sp. „Roter Zebra“ bekannt.

Mit mehreren andern, teilweise noch unbeschriebenen Buntbarschen bildet diese Art eine Gruppe von Fischen, die alle der Spezies Pseudotropheus zebra außerordentlich ähnlich sind und deshalb vorläufig pauschal als Pseudotropheus-Zebra-Komplex zusammengefasst wurden. Die Vermutung, dass es sich bei Pseudotropheus estherae um eine eigenständige Art handelt, wurde schon früh durch die Beobachtungen gestützt, dass sich diese Fische im allgemeinen nicht mit anderen Buntbarschen aus dem Zebra-Komplex paaren.

Kreuzungsversuche führten zu dem Ergebnis, dass alle Nachkommen stets eine Mischfärbung zeigten, die Elemente aus den Farbkleidern der beiden Ausgangsformen enthielt, denen die jeweiligen Eltern angehörten. Derartige Mischformen sind jedoch aus den natürlichen Lebensräumen der Fische nicht bekannt. Ein besonderes Merkmal des hier vorgestellten Cichliden, das eine Unterscheidung von anderen Buntbarschen aus dem Zebra-Komplex ermöglicht, bildet die ungewöhnlich große Zahl von Eiflecken, welche ausgewachsene Männchen in ihrer Afterflosse besitzen. Wie den Fotos zu entnehmen ist, trägt die Flosse mehr als ein Duzend derartiger ovaler safrangelber Flecken, die von einem schwarzen Hof umgeben sind.

Bemerkenswert ist ferner, dass die Fische polymorph sind und in nicht weniger als drei verschiedenen Farbmorphen auftreten. Die Normalmorphe, die im natürlichen Lebensraum am häufigsten vertreten ist, ist blau gefärbt. Geschlechtsreife Männchen sehen mehr oder weniger einfarbig lichtblau aus. Die weniger attraktiv gefärbten Weibchen haben eine unscheinbar blaugraue Färbung. In der Aquaristik am populärsten ist die orangefarbene Morphe, die beinahe ausschließlich aus Weibchen besteht. Die Männchen dieser Morphe sind im natürlichen Lebensraum äußerst selten. Bis zu einer Länge von knapp sechs Zentimetern tragen sie das Farbkleid weiblicher Tiere. Mit dem Eintritt der Geschlechtsreife werden sie jedoch immer heller. Adulte Tiere zeigen schließlich ein blasses Beigerot oder Hellrosa, das besonders während der Balz einen deutlich blauen Unterton zeigt. Durch Zuchtauswahl ist es gelungen, den Anteil von Männchen der orangefarbenen Morphe in den Aquariumsstämmen deutlich zu erhöhen. Es gibt ferner Zuchtstämme, in denen derartige Männchen bereits als Jungfische an einer helleren Färbung zu erkennen sind.

Die dritte Morphe dieses Cichliden zeigt eine Scheckung. Auch sie besteht beinahe ausschließlich aus weiblichen Fischen. Sie tragen auf gelborangefarbenem Untergrund ein unrechtmäß8ges Muster kleinerer und größerer schwarzer Punkte und Flecken, das Körper und Flossen überzieht. Die äußerst seltenen Männchen dieser Morphe sehen bis zur Geschlechtsreife wie die Weibchen aus, später nehmen sie einen bläulichen Unterton an. Bei balzaktiven Fischen können die Flecken soweit verblassen, dass die Tiere bisweilen beinahe einfarbig lichtblau erscheinen.

Natürlicher Lebensraum

Die einzigen gesicherten Fundorte von Maylandia estherae sind zwei Unterwasserriffe (Chilucha und Minos Reef), die rund 30 Kilometer voneinander entfernt in der Nähe der beiden Orte Metangula und Miluluka einige Kilometer vor der zu Mozambique gehörenden Ostküste des Malawisees liegen. Dort leben die Fische als Aufwuchsfresser über felsigem Untergrund. Die von ihnen bevorzugte Wassertiefe liegt oberhalb von zehn Metern. Nach einer Unterbrechung von über zwanzig Jahren wurden Mitte der 90er Jahre erneut Wildfänge exportiert.

Für die artgerechte Haltung

Der Fische benötigt ein Aquarium, das eine Seitenlänge von ungefähr eineinhalb Metern hat und so eingerichtet wird, dass – soweit möglich – eine Nachbildung der Geröll- oder Felszone entsteht. Einem Männchen werden zwei oder drei Weibchen zugestellt. Bei der Pflege dieses Buntbarsches wurden die besten Erfahrungen mit einem Gesellschaftsaquarium gemacht, das weitere Malawicichliden enthielt, beispielsweise Vertreter der Gattungen Labeotropheus, Melanochromis und Pseudotropheus. Besondere Aufmerksamkeit ist der Ernährung dieser Fische zu widmen. Zwar fressen sie ebenso wie die anderen Mbuna-Cichliden gierig alle gängigen Futtermittel, bei einer falschen Fütterung besteht aber die Gefahr, dass die intensive Orangefärbung rasch zu einem unschönen elfenbeinfarbenen Ton verblasst. Eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung der natürlichen Färbung bilden Karotine. Deshalb ist eine regelmäßige Fütterung mit Kleinkrebsen sehr wichtig. Jungfische sollten, wenn nur irgend möglich, anfangs ausschließlich mit Cyclops ernährt werden. Auch speziell mit diesen Farbstoffen angereichertes Flockenfutter, beispielsweise TetraRubin, ist empfehlenswert.

Die Zucht

Die Zucht erfolgt am zweckmäßigsten in dem vorstehend beschriebenen Gesellschaftsaquarium. Wenn die Jungfische kleine Nischen und Spalten in ausreichender Zahl vorfinden, werden von jeder Brut immer einige Tiere heranwachsen, selbst wenn sich räuberische Arten im Aquarium befinden. Nur falls wirklich die gesamte Brut ohne Verluste aufgezogen werden soll, empfiehlt es sich, das pflegende Weibchen nach gut zwei Wochen aus dem Gesellschaftsaquarium in einen gesonderten Aufzuchtbehälter umzusetzen, in dem es die Brutpflege ungestört beenden kann. Für die aquaristische Praxis ist wichtig, dass sich unter den Jungfischen jedes beliebigen Weibchens Exemplare aller drei Morphen befinden können. Da es zwischen den verschiedenen Farbmorphen keine Übergänge oder Mischformen gibt, ist es völlig belanglos, welche Farbform man als Elterntiere für Zuchtversuche auswählt. Wenn Männchen und Weibchen derselben Morphe angehören, wird natürlich unter den Nachkommen ein besonders großer Anteil ebenfalls dieses Farbkleid tragen. Pro Brut sind zwischen zwanzig und vierzig Jungtiere zu erwarten, die sich problemlos mit den Nauplien des Salinenkrebses aufziehen lassen.

 

[1] Staeck, Wolfgang; Linke, Horst: Buntbarsche aus Ostafrika: Afrikanische Cichliden II. Ein Handbuch für Bestimmung, Pflege und Zucht. Tetra Verlag GmbH. 5. Komplett überarbeitete Auflage, Osnabrück 1998. S. 158ff.