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Labeotropheus

Synonym: Schabemundbuntbarsch

Lat.: „labea“ = Lippe

Labeotropheus ist eine Gattungsbezeichnung für afrikanische Buntbarsche (Cichlidae). Buntbarsche der Gattung Labeotropheus leben endemisch im Malawisee in Ostafrika. Sie zählen zu den Mbunas, die an das Biotop der Felsküsten gebunden leben.

 

Merkmale

Das wesentlichste Merkmal dieser Gattung ist das unterständige Maul mit einer dicken, fleischigen Oberlippe. Sie gehören zu den Limnivore, fressen insofern Algen. Aber auch kleine Krebstiere, Würmer und Insektenlarven gehören gelegentlich zu ihrer Nahrung. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich stark voneinander. 

 

Wissenschaftlicher Bericht

Die Gattung Labeotropheus [1]

Diese Gattung wurde im Jahre 1926 von AHL aufgestellt. Der Wissenschaftler stellte damals fest: „Besonders merkwürdig ist eine neue Gattung dieser absonderlichen Fischfamilie, deren Maul vollständig unterständig und dicht mit einem feinen Raspel von Zähnen besetzt ist, mit deinen sie vermutlich Algen und die zwischen diesen lebenden Kleintiere von den Felsen und Steinen abschaben“. Gleichzeitig mit der dieser Arbeit beigegebenen Erstbeschreibung der Art L. fuelleborni beschrieb AHL eine weitere Art: L. curvirostris. Diese wurde in den nachfolgenden Jahren von allen Ichthyologen, die sich mit dieser Gattung beschäftigt haben, als Synonym zu L. fuelleborni angesehen. Die beiden bisher einzigen bekannten Vertreter dieser Gattung – L. fuelleborni und L. trewavasae – unterscheiden sich von allen anderen bekannten Cichliden durch ihr stark unterständig ausgebildetes Maul, dessen fleischige Oberlippe so weit übersteht, dass man sie bei manchen Exemplaren fast als „Nase“ ansehen könnte. Die als Aufwuchsfresser bekannten Tiere haben sich darauf spezialisiert, den Algenrasen abzuweiden, der die Felsen ihrer Heimatbiotope überzieht, ohne dabei ihre normale Schwimmhaltung verändern zu müssen. Arten anderer Gattungen, die nicht über ein derart unterständiges Maul verfügen und ebenfalls die Algen von den Felsen abschaben, sind bei dieser Art der Nahrungsaufnahme gezwungen, sich auf den Kopf zu stellen oder die Algen von senkrecht abfallenden Wänden abzuweiden. Zu diesen Arten gehören einige Vertreter der verwandten Gattung Tropheus.

 

[1] Mayland, Hans J.: Cichliden und Fischzucht. Landbuch-Verlag GmbH, Hannover 1978. S. 223.